Wissen beruhigt. Wir erklären, was wichtig ist.
Eine Narkose wirft oft Fragen auf. Deshalb finden Sie hier die wichtigsten Hinweise verständlich zusammengefasst – ohne Fachchinesisch. Die individuellen Anweisungen Ihrer behandelnden Praxis und unseres Anästhesieteams haben immer Vorrang.
Vor der Narkose
Nüchternheit & Medikamente.
Für eine sichere Narkose beachten Sie bitte die folgenden Zeitabstände. Falls Sie von Ihrer behandelnden Praxis oder unserem Anästhesieteam abweichende persönliche Anweisungen erhalten haben, gelten diese.
vor der Anästhesie
Essen Sie nichts mehr und trinken Sie keine trüben Flüssigkeiten. Klare Flüssigkeiten dürfen Sie zunächst noch trinken.
vor der Anästhesie
Trinken Sie nun auch keine klaren Flüssigkeiten mehr. Vorbereitungstabletten dürfen Sie, wenn angeordnet, mit einem kleinen Schluck Wasser einnehmen.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre dürfen bis eine Stunde vor der Operation klare Flüssigkeiten trinken, sofern keine andere Anweisung erteilt wurde.
Medikamente vollständig angeben
Informieren Sie uns bitte über alle regelmäßig oder gelegentlich eingenommenen Medikamente. Dazu gehören auch frei verkäufliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel. Teilen Sie uns außerdem bekannte Allergien und relevante Vorerkrankungen mit.
Ob und wann ein Medikament vor dem Eingriff pausiert oder verändert werden muss, wird individuell mit Ihnen besprochen. Setzen Sie Medikamente bitte nicht eigenständig ab.
Am Anästhesietag zusätzlich beachten
- Bitte rauchen Sie nicht mehr.
- Entfernen Sie Make-up und Nagellack. Lassen Sie leicht abnehmbaren Schmuck wie Ohrringe, Ringe oder Halsketten sicher verwahrt zurück.
- Kontaktlinsen dürfen nicht mit in den OP. Eine Brille ist nur bei starker Fehlsichtigkeit und nach Rücksprache möglich.
- Nehmen Sie herausnehmbaren Zahnersatz vor der Operation heraus. Ausnahmen sind nur nach Rücksprache mit dem Anästhesieteam möglich.
- Wenn Sie morgens Medikamente einnehmen, klären Sie bitte vorher mit dem Anästhesieteam, welche Präparate Sie am Anästhesietag einnehmen dürfen.
Am Behandlungstag
Ablauf & Begleitperson.
Gut vorbereitet ankommen
Bitte erscheinen Sie pünktlich zum vereinbarten Termin und bringen Sie folgende Unterlagen mit:
- den ausgefüllten Anästhesie-Aufklärungsbogen
- Ihren aktuellen Medikamentenplan sowie gegebenenfalls Arztbriefe oder relevante Befunde
- Ihre Versichertenkarte
Das Gespräch vor dem Eingriff
Vor dem Eingriff führen Sie ein kurzes persönliches Gespräch mit der Anästhesistin oder dem Anästhesisten vor Ort. Dabei überprüfen wir nochmals:
- die Einhaltung der Nüchternheitsregeln
- Ihre aktuelle Medikamenteneinnahme
- Ihren Allgemeinzustand
- Arztbriefe und relevante Befunde
Wir erläutern Ihnen die geplante Form der Anästhesie, den Ablauf und mögliche Risiken. Ihre persönlichen Fragen und Wünsche beziehen wir in die Planung ein. Anschließend erhalten Sie in der Regel einen Venenzugang.
Nach einer ambulanten Anästhesie dürfen Sie nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen. Bitte lassen Sie sich von einer erwachsenen Person abholen und sicher nach Hause begleiten.
Nach dem Eingriff
Erholung & Verhalten zuhause.
Nach der Operation betreuen wir Sie im Aufwachraum, bis Sie ausreichend wach und Ihr Kreislauf stabil ist. Je nach Narkose- und Operationsform dauert diese Phase in der Regel etwa ein bis zwei Stunden. Wann Sie die Praxis verlassen können, entscheiden wir individuell.
- Ruhe und Erholung
Leichte Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Schwindel können in den ersten Stunden nach der Anästhesie auftreten. Gönnen Sie sich Ruhe und körperliche Schonung.
- Verkehrstüchtigkeit
Ihre Reaktions- und Verkehrstüchtigkeit kann für 24 Stunden eingeschränkt sein. Führen Sie in dieser Zeit kein Fahrzeug, bedienen Sie keine gefährlichen Maschinen und treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen.
- Trinken und Essen
Wann Sie wieder trinken und essen dürfen, hängt vom Eingriff und Ihrem Befinden ab. Sofern Sie keine abweichende Anweisung erhalten, ist die Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme nach der Erholungsphase meist wieder möglich.
- Medikamente
Nehmen Sie verordnete Medikamente und Schmerzmittel wie besprochen ein. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an die behandelnde Praxis.
- Wundkontrolle
Bei Rötungen, Schwellungen, starken Schmerzen oder Nachblutungen kontaktieren Sie bitte umgehend die behandelnde operative Praxis.
- Betreuung zuhause
Stellen Sie für die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff die Betreuung durch eine erwachsene Person sicher.
- Rückfragen und Notfälle
Bei Fragen zur Anästhesie oder unerwarteten Beschwerden kontaktieren Sie bitte unsere Praxis oder Ihre behandelnde Praxis. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. In akuten Notfällen wählen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Für Eltern & Kinder
Sicher durch die Kindernarkose.
Liebe Eltern, eine bevorstehende Narkose ist häufig mit Fragen und Sorgen verbunden. Wir möchten Ihnen deshalb schon vor dem persönlichen Gespräch erklären, was für eine sichere und möglichst ruhige Begleitung Ihres Kindes wichtig ist.
Was bedeutet eine Narkose?
Die Allgemeinanästhesie versetzt Ihr Kind in einen kontrollierten, tiefschlafähnlichen Zustand. Bewusstsein und Schmerzempfinden sind während des Eingriffs ausgeschaltet. Die Narkose kann – abhängig von Alter, Situation und geplantem Eingriff – über einen Venenzugang oder über eine Atemmaske eingeleitet werden.
Während der gesamten Narkose überwachen wir fortlaufend Atmung, Sauerstoffversorgung, Herzfrequenz, Kreislauf und weitere wichtige Körperfunktionen. Zur Sicherung der Atmung kann nach dem Einschlafen eine Larynxmaske oder, wenn medizinisch erforderlich, ein Beatmungsschlauch verwendet werden. Blutuntersuchungen sind nicht routinemäßig notwendig, sondern nur bei besonderen medizinischen Fragestellungen.
Ihr Kind darf sechs Stunden vor der Anästhesie nichts mehr essen und keine Milch oder trüben Flüssigkeiten trinken. Gesunde Kinder und Jugendliche dürfen – sofern Sie keine andere persönliche Anweisung erhalten haben – bis eine Stunde vor der Anästhesie kleine Mengen klarer Flüssigkeit trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder klaren Apfelsaft ohne Fruchtfleisch.
Hat Ihr Kind dennoch etwas gegessen oder getrunken, teilen Sie uns dies bitte unbedingt mit. Medikamente am Behandlungstag geben Sie nur nach vorheriger Absprache.
So können Sie Ihr Kind vorbereiten
- Erklären Sie den Termin altersgerecht, ehrlich und in ruhigen Worten.
- Bringen Sie ein Lieblingskuscheltier, Schmusetuch oder einen Schnuller mit.
- Informieren Sie uns frühzeitig über Infekte, Allergien, Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommene Medikamente.
- Bringen Sie die Versichertenkarte, den ausgefüllten Anästhesiefragebogen sowie vorhandene Arztbriefe oder relevante Befunde mit.
- Denken Sie an ein vertrautes Getränk und einen leichten Snack für die Zeit nach dem Eingriff.
Wie läuft das Einschlafen ab?
Bei einer geplanten Narkoseeinleitung über die Vene kann zuvor eine betäubende Creme oder ein spezielles Pflaster auf geeignete Hautstellen an Hand oder Arm aufgetragen werden. Nach dem Vorgespräch und einer gegebenenfalls erforderlichen Untersuchung legen wir den Venenzugang und geben darüber das Schlafmittel. Bei kleineren oder sehr ängstlichen Kindern kann alternativ eine Einleitung über eine Atemmaske sinnvoll sein.
Wo es die räumlichen und medizinischen Bedingungen erlauben, kann eine vertraute Bezugsperson beim Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist. Anschließend übernehmen wir die weitere Betreuung und beginnen mit den notwendigen Maßnahmen zur sicheren Durchführung der Narkose.
Welche Risiken bestehen?
Zwar ist kein medizinischer Eingriff vollständig frei von Risiken, ernsthafte Komplikationen sind bei einer modernen Kindernarkose jedoch sehr selten. Im persönlichen Aufklärungsgespräch erläutern wir Ihnen die für Ihr Kind und den geplanten Eingriff relevanten Risiken in Ruhe und beantworten Ihre Fragen verständlich.
Aufwachen und Entlassung
Nach dem Eingriff wird Ihr Kind im Aufwachbereich betreut und überwacht. Sobald es die Situation erlaubt, sind Sie wieder bei Ihrem Kind. Essen und trinken darf es nach Freigabe durch unser Team. Die Schmerzbehandlung und weitere Nachsorge besprechen wir individuell mit Ihnen.
Die Heimfahrt ist erst nach der ärztlichen Entlassungsuntersuchung möglich. Organisieren Sie bitte eine sichere Abholung. Wenn Sie allein mit Ihrem Kind kommen, lassen Sie sich möglichst abholen oder fahren Sie gemeinsam mit dem Taxi nach Hause.
Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt. Es sollte nicht allein am Straßenverkehr teilnehmen, Fahrrad oder Roller fahren, klettern, toben oder ohne Begleitung öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Geben Sie nur die besprochenen oder verordneten Medikamente. Bei unerwarteten Beschwerden wenden Sie sich an die behandelnde Praxis, unser Anästhesieteam oder in einem akuten Notfall an den Rettungsdienst unter 112.
Noch Fragen?
Wir sind für Sie da.
Antworten auf häufige Fragen finden Sie in unseren häufigen Fragen. Für persönliche Anliegen erreichen Sie uns jederzeit über die Kontaktseite.
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